Gedichte

1900

Schnell fahren die Menschen vorüber
Hierhin
Dorthin
Überall hin.

Immer schneller
Rauschen sie
Drehen sie sich
Ohne Unterlass oder Ziel.

Doch ich bin angekommen
Hab Ruhe getankt
Liebe gespürt
Bin zurückversetzt 

In eine frühere Welt
Ins Jahr 1900.

Kronleuchter, gedimmt
Kerze, flackert
Tisch, rustikal
Teetasse, blau, 1899
Mit Schmetterlingen

Zum Genießen.

Gedichte

Urlaub

Mentalitäten.
Lebensspanne.

Urlaub.
Erlebnis.

Freude.
Wachstum. Spaß.

Kaffee. Sonne.
Strand. Meer. Katze(n).

All das mag ich.
Leben, lieben –
damit. Dadurch.
Dafür. Dahin.

In meine Seele.

Gedichte

In eine Richtung

Der Fluss trägt die Geschichte hinfort, während das Schiff angestrengt entlang stampft. Die Oberfläche der Wasser erlaubt gleichzeitig einen Blick in die Vergangenheit, flussabwärts, und in die Zukunft, flussaufwärts. Denn die Wasser, die noch ankommen werden, erzählen von Tagen, die noch nicht sind. Leise waschen die Wellen mit ihrem glucksenden Geräusch die Gegenwart beständig in eine Richtung und machen sie zum Teil eines nassen, natürlichen Archivs der Vergangenheit. Manches ist eben nicht veränderbar.

Gedichte

Endliche Zeit

Wenn die stillen Töne des Wassers gar unhörbar werden, wenn die Spotlichter erlöschen, eines nach dem anderen, ja wenn die dunkel schimmernde Spiegelung des Mondlichts ihr fahles Licht in mein leer blickendes Auge wirft, erzählt mir das Leben seine Geschichte. Es macht keine Scherze und ist sich keineswegs unsicher, sondern bittet mich einfach, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind – sie sind endlich. 

Gedichte

Zeitraffer

Wenn die Zeit gerafft wird, ziehen die fluffigen Wolkenbänder dahin… und dein Blick kann sich in ihrem Weg verlieren. Mal grau, mal halb durchsichtig, und jedes Grüppchen mit einer samten Decke aus getupftem Orangeweiß.

Darunter zeichnen die schwarzen Silhouetten von Schwalben, selten allein, aber oft im Freundeskreis, ein nur im Auge des aufmerksamen Zuschauers wahrnehmbares und doch allzu vergängliches Bild – einen Scherenschnitt aus Flugbahnen, hinterlegt mit zarten Pastelltönen wie auf einem vielschichtigen Gemälde eines großen Meisters.

In der Tat, es ist das in Zeitraffer gesetzte Kunstwerk des Einen, ja des größten Meisters. Jeden Tag, jede Stunde und jede Minute, stets neu gemalt auf der großen Leinwand des Himmelszelts.

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