Draußen scheint die Sonne wohl ziemlich hell;
Hier drinnen dringt nur gedämpftes Licht ein.
Sonst freu ich mich über Sonne meistens schnell,
Doch heute wird das wohl nicht möglich sein.

Traurig ist mein Herz, bedrückt ist mein Sinn;
Heute wär ich wohl für niemand ein Gewinn.
Leere fühlt mein Kopf, und meine Hände sind kalt;
Hoffentlich vergeht dieses Gefühl recht bald.

Endlose Weite ist am Strand, dunkel ist mein Gewand;
Nun hab ich in meiner Hand nur noch ein wenig Sand.
Zerronnen ist das Haus, das wir fantastisch erschufen,
Vom Luftschloss sind übrig nur noch ein paar kleine Sandstufen.

Einsam ist der Wald, das Blätterdach ist dicht;
Und heut ist es kalt, die Sonne erreicht den Boden – nicht.
Langsam geh ich weiter, an diesem finsteren Ort,
Sonst hier war ich heiter, sprach so manches lustige Wort.

Heute ich mich lieber in graues Schweigen hüll,
Die graue Farbe, sie steht auf der Wiese still…

C’est la tristesse que j’ai rencontré,
Et la raison que je ne peux pas oublier.
Es ist die Traurigkeit, die ich kennenlernte dann,
Und den Grund, den ich nicht vergessen kann.

Nun stockt mein Fuß, mein Herz erinnert sich
An Vergangenes;
Spontan kommt eine Tränenwelle – aus meinen Augen sie tritt,
Und verhindert den nächsten Schritt.

Warum?
Wieso?
Schnell geht die Zeit rum.
Warum fühl ich so?
Ich weiß es nicht.

Dann setz ich mich auf einen Stein;
Ein wenig kommt der Sonnenschein.
Er wirft einen langen Schatten neben mir
Im Walde hier.
Wie gut dass niemand anders ist hier.

Dann – ein Wort, das ich nun vernehm;
Doch ich mich frag, es kommt von wem?
Es sagt leis zu mir: „Als ich wandernd lief
Im Tal des Schattens, der war tief,
Als in meinem Innern viel wurden der beunruhigenden Gedanken mein,
Meine traurige Seele zu liebkosen begannen eigene Tröstungen dein.“

Als ich sprach: „Mein Fuß wird bestimmt wanken“,
Stützte mich deine eigene liebende Güte, o mein Freund, weiterhin.
Darum möchte ich dir – so traurig ich bin – nun danken,
Denn nur wegen dir, guter Freund, ich überhaupt hier bin.

Nun ist es wieder geworden still,
Und eigentlich ich gar nichts fühlen will.
Kann ich nicht einfach denken nichts
Außerhalb des hellen Sonnenlichts?

Warum?
Wieso?
Schnell geht die Zeit rum.
Warum fühl ich so?
Ich weiß es nicht.

Dann, ich bemerke ein Geräusch ganz leis,
Woher kommt es? Noch ich es nicht weiß.
Ich dreh mich um, und da kommt ganz vorsichtig
Jemand, den ich kenn, ich erinner mich.

Es ist ein Freund, der mir etwas bringt,
„Hoffentlich gefällt es dir“, und winkt.
Ich mache auf den Umschlag, der so klein,
Und lese: „Dies nun ist dein.

Chasser ta tristesse, c’est mon but.
Je sais que probablement, je ne vais pas y réussir,
Mais les lignes qui suivent, pour toi, je les ai lu;
Ce serait si bon, si tu pourrais pour moi de nouveau rire…

Erst einmal motiviert,
wirst du sehen
hast du es probiert,
dass es auch schöne Seiten gibt,
von jedem undurchdringlichen Schein.
Hinter grauem Vorhang muss doch
auch noch etwas anderes sein…
(Anna-Katharina Wirobal)“

Nun also denk ich – ach ich nicht weiß,
Erst ist mir kalt, dann ist mir heiß.
Ich wage einen nächsten Schritt,
Und nehme die Gedanken doch mit.

Auch ein Wegweiser in dem Brief war enthalten,
Diesem ich nun folge gespannt.
Über einen bestimmten Punkt ich geh,
Und lande in einem ganz anderen Land.

Neben mir steht jetzt Antonia, das Pferd;
Es ist ein braunes Tier.
„Julia, nun mach nicht kehrt“,
Sagt es nun zu mir.

„Weißt du, wer dir schrieb, wo ich bin?“,
Will es nun wissen von mir.
„Ein Freund war es, dem du kamst in den Sinn,
Und nun an dich gedacht haben wir.“

Leise schnaubt das Pferd in mein Ohr,
Ganz ganz zahm, mit viel Gefühl;
Langsam merk ich den stillen Chor,
Der aus mir vertreiben will die Kühl‘.

Sogar ein wenig die Sonne nun scheint;
Sie scheint mir direkt ins Herz;
Leider noch ein wenig es weint,
Doch schon etwas kleiner ist der Schmerz.

Nun wage ich, zu lesen zuende den Text;
Meine Augen dem Papier zuwenden sich:
„Von Herzen wünsch ich mir, dass deine Freudigkeit wieder wächst;
Der Sinn dieses Geschenks ist, zu sagen: Ich denk an dich…“