Teil 1

Nun, einen Tag nachdem das sonderbare Paket bei ihr angekommen war, wurde Julia Nordmeier von einer zarten Stimme geweckt, die leise vor sich hin sang. Langsam, noch ganz verschlafen, kroch sie aus ihrem Bett – es war so Viertel nach Acht -, und machte sich auf die Suche, woher das Stimmchen wohl käme.

Sie ging im Zimmer auf und ab, in dem Versuch die Stimme zu orten. Als sie vor dem Schreibtisch ankam, wurde die Stimmt lauter. Plötzlich war Julia ganz hellwach und nahm die kleine Schachtel in Augenschein,
die dort seit dem gestrigen Tage hinzugekommen war.

Sie öffnete vorsichtig die Schachtel, und siehe da, es war wirklich der Wurm, der da sang, während er mit seinem Handy hantierte. Julia fragte den Wurm: „Warum singst du so früh am Morgen? Ich wollte doch ein bisschen länger schlafen heute, nachdem die anderen mich schon gestern so früh geweckt hatten…“

Der Wurm blickte von seinem Handy auf und sah sie an. Dann antwortete er: „Das tut mir leid, ich wollte dich doch nicht wecken. Ich hab mich bloß geärgert, weil mein Handy nicht wollte wie es sollte. Da hab ich gesungen: Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon aufgewacht… Ich hab einfach nicht weiter gedacht. Tut mir leid…“. Und damit hielt der Wurm seinen winzigen Kopf schief, so wie ein Hund den Kopf schief hält.

„Achso“, sagte Julia, ein wenig verständnisvoller. „Was hast du denn für ein Problem?“, wollte sie nun wissen. Der Wurm erklärte: „Ich kann eine Nachricht von Klaus nicht empfangen, die er gerade gesandt hat. Ich krieg sie nicht auf…“ Julia reagierte: „Na dabei kann ich dir leider nicht helfen… Ich mach mich erstmal fertig dann sehn wir ja, ob es bis dahin klappt ja?“ – „Ja geh nur“, erwiderte der Wurm, und widmete sich wieder dem technischen Gerät.

Als Julia dann vom Frühstück kam – nun war es 8:46 Uhr – schaltete sie ihren Rechner ein. Der Wurm war immer noch beschäftigt, also startete sie ein Spiel und beschäftigte sich ebenfalls.

Schnell verging die Zeit. Als sie wieder auf die Uhr sah war es um die 14 Uhr, aber es schien ihr nur wie einige Minuten gewesen zu sein… Der Wurm hatte inzwischen das Problem gelöst und die Nachricht empfangen. „Ich hab sie dir in deinen PC umgeleitet“, sagte der Wurm. Schnell sah Julia nach, doch im Rechner war keine Nachricht von Klaus, bloß ein paar belanglose Nachrichten von ihm, die er während des Vormittags gesandt hatte.

Also widmete sie sich wieder ihrem Spiel, und wenige Stunden später sah sie erneut nach.

Teil 2

„Warum hast du mir denn nichts davon erzählt?“, fragte Julia nun sofort den Wurm, der in seiner Schachtel saß und der Unterhaltung am Rechner gefolgt war. „Ach weißt du, ich hatte es gestern morgen kurz erwähnt, als ich mich dir vorstellte.

Ich hab gesagt:
‚Ich bin ein Ferienwurm! Einen Namen habe ich noch nicht,
und ich wurde hierher geschickt von …
naja das sag ich dir besser unter vier Augen.‘

Vielleicht kannst du dich erinnern?“
„Ja jetzt wo du es sagst fällt es mir wieder ein,“ entgegnete Julia nun.
„Und nun ist es deine Aufgabe dir einen Namen für mich zu überlegen!“,
freute sich der Wurm. „Dann weiß ich endlich wer ich bin“, fügte er grinsend hinzu.
„Und wenn du einen Namen gefunden hast, dann teile ihn Klaus mit.“

Als erstes, ganz nach der Tradition, rief Julia nun ein herzliches „ääääähhhh“ aus, um anzuzeigen, dass sie nachdachte, aber noch keine Lösung gefunden hatte.

Lange dachte Julia nun nach, um einen Namen zu finden, der dem Wurm gerecht würde.
Schließlich hatte sie einen Namen gefunden: Finn.

Teil 3

„Das ist aber ein schöner Name“, war der Wurm nun ganz stolz. „So heiße ich also jetzt! Das muss ich gleich meinen Freunden berichten“, er war ganz aufgeregt. Er zückte wieder sein Handy, und begann, eine Unmenge an SMS zu versenden.

Während der Wurm nun so beschäftigt war, widmete Julia sich wieder ihrem Spiel…